Pałac Staniszów – Schloss Stonsdorf – Sparziergang durch den Wald

Der Ort Staniszów liegt etwa 8 km südlich von Jelenia Gora und ist 34 km von Gajowka entfernt. Wir können uns wieder ein Auto von unserer Freundin leihen und fahren nach dem Frühstück los. Über die Dörfer Rebiszów, Proszowa, Kwieciszowice und Mała Kamienica fahren wir bis Rybnica, dann über Jelenia Gora nach Mysłakowice.

Die Fahrt über die Dörfer ist traumhaft schön. Hier bin ich zwar schon zig mal in Begleitung meiner Freundin lang gefahren, kann mich trotzdem nicht satt sehen, an der hügeligen Landschaft, den Wiesen und Wäldern immer mit Blick auf das bezaubernde Hirschberger Tal (polnisch: Kotlina Jeleniogórska), eine Region in der sich eine einmalige Dichte an Schlössern und Burgen in Europa befindet. Die Straße mäandert durch die kleinen romantischen Dörfer mit alten Bauern – und Fachwerkhäusern.

Im Sommer ist es besonders schön, alles blüht und die Wiesen sind saftig grün. Und weil es hier noch nicht so extrem flurbereinigt ist, wie anderorts, gibt es wenig großflächigen Ackerbau und keine großen Kuhherden. Die Landschaft und Dörfer wirken verträumt und wie aus einer anderen Zeit. Wir sind beide hin und weg und genießen schweigend diesen Teil der Autofahrt durch das liebliche Vorland des Riesengebirges.

In Mysłakowice stellen wir das Auto auf einem Parkplatz ab, überqueren die Straße und wandern durch den Wald, an zwei kleinen Seen vorbei zum Palac Staniszow , zu deutsch Schloss Stonsdorf. Der Weg zum Schloss ist allerdings nicht ausgeschildert, weshalb wir einen Abzweig verpassen und eineinhalb Kilometer auf der Landstraße laufen müssen.

Die Ankunft im Pałac Staniszów Schloss Stonsdorf ist dafür eine hundertprozentige Entschädigung. Das Schloss wurde vor einigen Jahren renoviert und dient als Restaurant und Hotel. Der Besitzer hat augenscheinlich besonderen Wert darauf gelegt die Spuren der Vergangenheit zu erhalten und es mit Liebe zum Detail renoviert. Im Inneren befinden sich schöne kleine Sitzecken mit alten Sofas und Sesseln, Bücherregalen und vielen alten Fotos. Hier und da blättert der Putz ab, was offensichtlich beabsichtigt ist. Die Einrichtung ist liebevoll und gemütlich, alles sehr gepflegt und mit frischen Blumen dekoriert.

Die Terrasse und der Garten sind mit gemütlichen Korbstühlen bestückt und wir sitzen dort umringt von Rosen mit Blick auf den wunderschönen Schlosspark und den gepflegten Garten. Auf dem Schlossgelände befindet sich außerdem ein Wellnessbereich mit Schwimmbad, Sauna und einem Außenbereich mit Liegestühlen. In einer umgebauten Scheune werden Möbel, Lampen, schöne Stoffe und Bunzlauer Keramik verkauft.

Obwohl wir beide noch keinen Hunger haben, können wir der verlockenden Speisekarte nicht widerstehen und bestellen uns jeweils eine Vorspeise. Ich habe mir zwar vorgenommen wieder hauptsächlich vegan zu leben, hier ist es aber wie zu erwarten sogar schwierig etwas vegetarisches zu bekommen. Obwohl die Speisekarte sehr spezielle und extravagante Gerichte enthält, sind die meisten Gerichte mit Fleisch oder Fisch, sogar die Salate. Ich entscheide mich für Artischocken und Bohnen mit Vinaigrette und Parmesan, was ausgesprochen gut schmeckt und ein Beispiel für die exzellente Küche ist.

Nach dieser schönen Pause machen wir uns auf die Suche nach dem richtigen Rückweg, immer mit der Angst im Nacken es könnte gleich gewittern. Wir haben Glück, kehren nach etwa einer Stunde Fußweg zurück zum Auto, bevor es dann tatsächlich zu regnen beginnt.
Das war ein gelungener wunderschöner Ausflug, den wir beide sehr genossen haben. Wir haben uns einen Flyer vom Pałac Staniszów mit genommen und überlegen ernsthaft , ob wir uns eine Übernachtung mit Frühstück und Spa leisten wollen.