Lykos Art Gallery – Kunst

Man könnte fast meinen, die Bucht von Lykos sei ein kleines Künstlerdorf. Ein Strand gespickt mit Steinskulpturen und ein Garten voller Kunst. Besonders im Garten vom Georgohouse gibt einiges zu entdecken. Die schön geformten runden Steine am Strand und die Äste aus den Olivenbäumen laden dazu ein, Kunst aus ihnen zu machen.  Aber nicht nur das Material wirkt inspirierend, sondern die ganze Bucht. Das Wechselspiel aus Licht und Schatten, die Wolken am Himmel und das glitzernde Sonnenlicht auf den Wellen erinnern an berühmte Gemälde und setzten die Fantasie frei. Ich kann immer wieder beobachten, dass die wohlgeformten Steine am Strand Menschen dazu veranlassen verträumt irgendwelche Muster damit zu legen oder Türme zu bauen. Von denen finden sich nach einer geraumen Zeit etliche und so wie sie entstanden sind, werden sie vom Meer wieder weg getragen.

Ich habe letztes Jahr damit begonnen Steine zu bemalen und habe mir für den jetzigen Urlaub extra meine Lackstifte und den Aquarelälkasten mit genommen. Den halben Tag verbringe ich damit Steine zu sammeln und sie mit verschiedenen Mandala ähnlichen Mustern zu bemalen. Inzwischen habe ich schon an die sechzig Steine bemalt und jeder Stein sieht anders aus.

Außer mir gibt es noch Lorraine aus Frankreich, der sich künstlerisch betätigt. Er baut hübsche kleine Segelboote aus Holz, Leder und Messing und verkauft diese an die interessierten Touristen.


Für mich ist das Bemalen der Steine allerdings eher eine Art Therapie, ich komme zur Ruhe und entspanne mich beim Malen. Meine ganze Konzentration gilt dem Malen und gleichzeitig geschieht dies fast wie von selbst. Ohne darüber nach zu denken bemale ich einen Stein nach dem anderen und lasse meine Gedanken schweifen. Dabei bin ich ganz bei mir und vergesse meine Umgebung, die Zeit und meine Befindlichkeit.

Schmerzen und Traurigkeit, beides meine ständigen Begleiter, sind meinen Steinen, meinen Bildern nicht anzusehen.

Meine Kreativität, meine Fantasie und Lust zu Malen finden Ausdruck in Farben und Formen. In meinem Bildern und vielleicht auch in den Mustern auf den Steinen, die ich bemale, sieht man vor allem Lebendigkeit und Lebenslust. Kein Mensch würde vermuten, dass es mir nicht gut geht.

Mein Blick geht ständig sehnsuchtsvoll nach oben in die Berge. Ich kann gar nicht sagen wie traurig ich darüber bin, dass ich nicht wandern kann. Meine Füße spielen nicht mit. Ein kleiner Gang am Strand reicht schon aus und mir kommen Tränen in die Augen vor Schmerz, wenn ich falsch auftrete. Mit jedem Tag, den ich hier verbringe steigt meine Sehnsucht zu wandern. Könnte ich doch wenigsten bis nach Livaniana gehen!

Mit jedem Tag nimmt meine Traurigkeit zu. Meine Steinsammlung umfasst bestimmt schon an die hundert bemalte Steine – ein Bild für meine Traurigkeit! Gleichzeitig sind die Mandalas auf meinen Steinen Ausdruck  von Entspannung, Lust und Freude!