Einige Steine am Strand von Lykos stellen bizarre Gestalten dar, die am Strand verteilt herum stehen.

Sie schauen dir stumm beim Schwimmen zu oder lächeln dich zart an.

Wenn du am Strand  in der Sonne liegst kann es durchaus sein, dass du ein zwei Steine in die Hand nimmst und sie zu einem kleinen Turm stapelst, bis der Turm wieder umfällt. Es kann dir auch passieren,dass du verträumt beginnst Muster zu legen. Es entstehen wunderschöne Mandalas aus Stein, die das Wasser, wenn du sie dem Wasser überlässt, gerne mit sich mit von dir weg trägt.

Seit gestern ist es immer mal wieder etwas bewölkt und Regen gab es auch. Trotzdem ist es angenehm warm und wenn die Sonne raus kommt wird es richtig heiß. Ich gehe dreimal am Tag schwimmen und werde dabei immer mutiger, schwimme weit raus und genieße dabei den Blick hoch in die Berge und zu Livaniana.

Gestern haben  wir unsere erste kleine Wanderung unternommen und sind von Lykos aus hoch nach Livaniana, von dort runter in die Aradenaschlucht und über Marmara wieder zurück nach Lykos gelaufen. In der Taverne Livaniana haben wir eine Pause gemacht und die wunderschöne Ausicht genossen.

Ich bin erstaunt, wie gut das Wandern geht.

Der Rücken tut mir kaum weh und ich bin auch nicht so schnell erschöpft. Das Klima scheint für mich ideal zu sein. Es ist nicht zu heiß und die ganze Zeit geht ein leichter Wind. Wir gehen gemütlich, ohne Hast, machen Pausen und sind trotzdem nur zweieinhalb Stunden unterwegs. Das macht mir Mut. Wir beschließen in den nächsten Tagen eine längere Wanderung zu machen.

Den Nachmittag verbringe ich am Strand. Im Moment liege ich am liebsten direkt auf den Steinen. Sie sind so schön warm und wenn man sich an die Unebenheit gewöhnt hat, ist es sogar gemütlich. Selten habe ich einen Steinstrand gesehen, an dem die Menschen so verspielt mit den Steinen umgehen. Überall sind diese Steinskulpturen zu finden und im Garten vom Georgohouse findet man schöne kreative Kunstwerke aus Stein.

Mit Vergnügen stelle ich fest, dass hier Menschen leben, die sich eine kindliche spielerische Kreativität erhalten haben und das mit Steinen, Holz, Blumen, Pfanzen und Farben zum Ausdruck bringen. Mich erinnert das alles an mein eigenes Kind – sein.

Wie habe ich das spielen mit Steinen geliebt!

Im Hof meiner Eltern haben wir mit den kleinen Steinen Muster gelegt, kleine Mauern und Staudamm gebaut, Wohnungen für unsere Playmobilfiguren gestaltet, Grenzen gezogen für unser Spiel “Krieg oder Frieden” und sogar eigene Würfelspiele kreiert. Als ich ein bisschen älter war, habe ich mit Leidenschaft Steinmännchen gebastelt und bemalt. Ich konnte immer gut malen und wurde nicht selten dafür gelobt. Also fing ich an meine Meisterwerke zu verschenken, nicht ahnend, dass diese in irgendwelchen Kartons in irgendwelchen Kellern verstaut werden würden.

Fest steht: Steine haben mich immer schon in meiner Kreativität angeregt und sie üben eine gewisse Faszination auf mich aus. Steine können schwer und spitz sein.

Nur ein kleiner Stein im Schuh kann verdammt weh tun und werden dir in deinem Leben zu viele Steine in den Weg gelegt, so kann sich auch das Leben schwer anfühlen.

Heute Nachmittag hatte ich allerdings plötzlich etwas anderes sehr schweres in der Hand: eine Boule Kugel. Wir haben direkt am Strand im Garten vom Georgohouse in der Sonne zu viert Boule gespielt. Es weht ein leichter Wind und die ganze Zeit hört man dem Meeresrauschen, den anderen Gästen, den Ziegen und Schafen und den Vögeln zu. Zeit spielt keine Rolle mehr.

Am Anfang tun mir noch die Hände von dem schweren Gewicht der Kugeln weh. Auch kann ich die Kugel kaum umfassen mit meinen schmerzenden Fingern. Aber ich gerate in ein derart entspanntes leichtes Spiel, freue mich daran besser zu werden und die Bewegungen leichter auszuüben, dass ich den Schmerz nicht mehr wahrnehme.

Fasziniert stelle ich fest: es geht! Ich spiele Boule und fühle mich dabei pudelwohl…