Mir schmerzen meine Hände und Füße eigentlich immer.

Nur die Schmerzintensität ist unterschiedlich. Warum komme ich ausgerechnet jetzt auf das Thema? Warum habe ich das Bedürfnis über meine Hände und Füße zu schreiben?

Heute habe ich viel Zeit am Strand verbracht. Träumend und Musik hörend habe ich die vielen kleinen Kieselsteine durch meine Hände rieseln lassen und ab und zu habe ich einen der großen Steine in die Hand genommen. Die Steine sind von der Sonne aufgewärmt und dadurch eine Wohltat für meine schmerzenden Hände. Wenn ich kann, laufe ich hier unten in Lykos barfuß. Am Strand geht das kaum, die Steine tun mir zu weh an meinen Füßen. Aber im Garten und auf den langen glatten Felsen geht das wunderbar. Meine Füße mögen diese Reize und fühlen sich wohler als in Schuhen.

Meine Hände sind mein wichtigstes Arbeitswerkzeug. Ich mache so gerne mit meinen Händen rum. Matschen, kneten, formen, rühren, mit Teig, Ton, Erde, Sand.

Nähen, Stricken, Häkeln, Filzen, Schnitzen, Malen, Zeichnen, Töpfern, Gitarre spielen ……soll ich die Liste noch fortsetzten? Das alles ist Leidenschaft, Lust und Kreativität. Allein bei dem Geruch von Wolle, Farben, Ton oder Holz schlägt mein Herz höher und es kribbelt mir in den Fingern. Nicht selten habe ich früher wirklich kunstvolle Dinge produziert. In meinem Umfeld haben mir immer wieder Menschen gesagt, ich habe ein „Händchen“ dafür.

Der Kummer trifft mich unvermittelt. Ich kann keine Worte finden für DIESEN Schmerz, kann nicht beschreiben, wie schwer es mir gefallen ist und immer noch fällt, mich von vielen meiner Fingerfertigkeiten zu verabschieden. Mir selber das Gitarre spielen oder Töpfern verbieten zu müssen, ein schmerzlicher Prozess, der wohl nie enden wird. Ist das vorstellbar für jemanden, der entweder keine Schmerzen oder keine Begabung hat?

Hier am Strand von Lykos muss ich unwillkürlich an die Ergotherapie in der Klinik denken. Ich sollte meine Hände in ein Bad mit warmen Steinen tauchen oder verschiedene vorgegebene Muster mit eine Art Schnürsenkel fädeln. Vor „Malen mit Aquarellfarben“ konnte ich gerade noch flüchten. Zum Glück traf ich auf eine empathische Ärztin. Ergotherapie ist Hohn an meine Kreativität.

Ich lasse meine Traurigkeit und die Tränen zu. Das Salz von Meer und Tränen vermischt sich auf meinen Lippen. Ich liege in der prallen Sonne und mir wird es zu heiß. Was spricht gegen ein kühles Bier und eine Runde Boule?