Ich gehe immer noch jeden Tag dreimal schwimmen

Obwohl das Wasser täglich etwas kälter wird. Morgens vor dem Frühstück kostet es mich die größte Überwindung, allerdings ist das Gefühl hinterher großartig. Ich kann mir keinen besseren Start in den Tag vorstellen. Mein ganzer Körper wacht auf, alle Steifigkeit weicht und ich fühle mich lebendig und leicht. Mit jedem Schwimmzug fühle ich mich besser. Meist schwimme ich weit raus, bis ich die ersten Häuser von Finix sehen kann. Brustschwimmen muss ich vermeiden, da mir sonst der Nacken steif wird und so versuche ich auf dem Rücken schwimmend leicht mit den Armen paddelnd vorwärts zu kommen. Auf dem Rückweg mache ich ein wenig Aquafitness indem ich mich fortbewegen wie ein kleines Seepferdchen. Dadurch stärke ich meine Arm – und Brustmuskeln. Meine Ausdauer ist nicht sehr groß und trotz Bewegung wird mir schnell kalt. Heute habe ich die Zeit gestoppt. Es sind knappe 15 Minuten, die ich auf diese Weise im Wasser verbringe.

Solange ich mich ausreichend bewege, geht es mir gut.

Also habe ich mir heute gesagt:

“Let´s move” und ich bin alleine zur Marmarabucht gelaufen. Wenn ich mich recht erinnere, bin ich diesen Weg zwar schon oft gegangen, aber noch nie alleine. Der Weg ist nicht besonders anspruchsvoll, hat es aber in sich, weshalb ich mich anfänglich etwas unsicher fühle. Als ich nach einer halben Stunde in Marmara war, verschlug es mir fast die Sprache. Ich hatte den ganzen Strand für mich alleine! Diese Gelegenheit musste ich nutzen:

Splitternackt sprang ich ins Wasser, versank mit kindlicher Freude im türkisen Blau und wollte das Wasser gar nicht mehr verlassen.

Sonne spiegelt sich im Wasser

auf dem Weg zur Marmara

Am Wasser die Ziegen

auf dem Rückweg gab es Gegenverkehr

Neulich bin ich, um meinem Bewegungsdrang zu stillen, alleine nach Loutro gelaufen. Mit meinen Trekkingsandalen war ich ziemlich schnell und so benötigte ich hin und zurück nur eine Stunde. Das hat mir Spaß gemacht und ein wenig Bewunderung habe ich dafür auch geerntet.

Loutro ist in der Saison ein belebtes Örtchen, mit einigen Hotels, Tavernen und Shops. Normalerweise gehe ich nach Loutro, um Obst, Kekse, Postkarten oder Krimskrams zu kaufen. Seit Anfang Oktober sind allerdings alle Tavernen und Shops geschlossen. Es gibt keine Gäste mehr und die paar Bewohner, die Loutro hat, bekam ich nicht zu Gesicht. Es wirkte wie eine Geisterstadt.

Schwimmen, wandern, barfuß gehen und entspannt in der Sonne liegen, das alles gibt mir ein besseres Körpergefühl. Meine Haut fühlt sich straffer und glatter an. Meine Hände sind nicht mehr so sehr geschwollen und wenn ich morgens aufstehe, ist der Schmerz in meinen Füßen erträglich. Die Reizlosigkeit und Ruhe zu dieser Jahreszeit ist Gold wert, jedenfalls für jemanden wie mich, die unter der täglichen Reizüberflutung in der Stadt leidet.