Nun heißt es also Abschied nehmen von Lykos!

Abschied von den lieben Menschen hier. Abschied von Sonne, Sommer, Meer und Meeresrauschen. Abschied von einem gewissen Lebensgefühl. In Chania wird es sicher nicht mehr so warm sein, denn auch auf Kreta wird es langsam Winter.

Aber wir haben Glück, denn unser letzter Tag ist sommerlich warm. Ich gehe ausgiebig schwimmen und lasse mich genüsslich auf dem Wasser treiben. Das Türkis des Wassers und die hellen Sonnenflecken, die wie Glitzersterne auf dem Wasser tanzen  und die Unterwassermusik der Kieselsteine, die im Rhythmus der Wellen aneinander klacken. Wie werde ich das vermissen! Heimlich ziehe ich mir unter Wasser den Badeanzug aus und genieße meine Nacktheit. Das Wasser umspielt weich und sanft meine nackte Haut und ich fühle mich frei und glücklich. Gleichzeitig ist mir ganz schwer ums Herz. Kann es einen schöneren Ort geben? Ich verabschiede mich ausführlich vom Meer.

Wir spielen ein letztes Mal eine Runde Boule, genießen noch mal das köstliche Essen und trinken dazu einen letzten “Rakokalo”, unser aller Lieblingsgetränk aus Raki und süßer Ziegenmilch, eisgekühlt. Lykos ist, seit dem ich 2007 das erste mal hier war, für mich ein ganz besonderer Ort.

Es lässt sich schwer beschreiben, ohne kitschig oder esoterisch zu klingen. Es ist eine Art “Kraftort” für mich. Die Sonne, das Licht, das Meer, die Natur und die Einfachheit versetzen mich in einen Zustand der Entspannung und Gelassenheit, das gelingt mir woanders nicht. Gleichzeitig verspüre ich tiefe Dankbarkeit für das Leben, für die Natur um mich herum, die mir dieses Gefühl zum Geschenk macht.

Ich bin hier den ganzen Tag draußen in der Natur und selbst Nachts, wenn ich im Bett liege höre ich das Wellenrauschen, die Glocken der Ziegen, ich spüre den Wind und rieche die von Kräutern geschwängerte Luft, die der Wind mit ins Zimmer bringt.

Zum Abschied schenke ich Meni und Vagelis einige meiner Zentangle – Steine für den Garten und einen cliXbag.

Der Abschied fällt mir wahnsinnig schwer und wie beim letzten mal kann ich meine Tränen kaum verbergen. Es tut jedes mal richtig weh, wenn ich gehen muss. Eigentlich will ich bleiben…

Ich fühle mich wie nach einer Trennung. Ein Schmerz, der nicht angemessen ist und der mich ohne viel Zutun ergreift. “Warum bist du so traurig?” werde ich gefragt. Das Wissen um die Sehnsucht macht mich traurig und das “Sich – getrennt – fühlen” von einem ganz bestimmten Lebensgefühl, von Freiheit, Gelassenheit, Entspannung und Frieden.

Ja, es ist so ein friedvoller Ort. Ich empfinde Frieden und Milde und kann beides in mir finden, wenn ich längere Zeit hier bin.

DANKE! EFGARISTO!!!