Unser dreitägiger Ausflug in die Berge hat uns in das Dorf Argyroupolis geführt.

Zunächst fahren wir von Chania aus auf die Halbinsel Akrotiri, um das wunderschön gelegene Kloster Agia Triada zu besichtigen.

Auf dem Weg dorthin müssen wir mehrmals mit dem Auto stoppen und die atemberaubende Ausicht auf die sogenannten Weißen Berge, die Lefka Ori genießen und fotografieren. Nun sind sie tatsächlich weiß, denn seit einigen Tagen ist es etwas kälter und in den Bergen hat es geschneit.

Berge Kretas

Blick von Akrotiri auf die Lefka Ori

Wir fahren weiter an der Küste entlang bis Georgioupoli und dann ins Landesinnere nach Argyroupolis. Hier beziehen wir unsere neue Unterkunft, ein hundert Jahre altes Steinhaus. Es wurde vor einigen Jahren auf der übrig gebliebenen Ruine im Original nach gebaut. Wir richten uns ein und versuchen es uns gemütlich zu machen. Das ist nicht so einfach, denn das Haus ist feucht und kühl. Im Sommer sicher ein schöner ruhiger Ort, aber für diese Jahreszeit überhaupt nicht geeignet. Beide verbergen wir unsere Enttäuschung und machen stattdessen einen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen des Dorfes.

Am nächsten Tag fahren wir noch ein wenig höher in die Berge in einen Ort namens Kato Paro und sehen uns die antike Grabstätte Lappa an. Besonders beeindruckend ist die 2000 Jahre alte Platane. Es ist angenehm still und einsam hier. Ich stelle mir diesen Platz unter der Platane und einer Quelle, die leise vor sich hin plätschert im Sommer vor, wenn es in der Sonne viel zu heiß ist. Ein wunderschöner Ort um ein Picknick zu machen. Allerdings ist es im Sommer sicher nicht so menschenleer wie heute.

 

Das Wetter ist sehr gemischt und da es nicht mehr als neun Grad sind, müssen wir uns warm anziehen. Es gibt keine Touristen hier und das Dorf scheint wie ausgestorben. Die Mutter von unserem Gastgeber, Eleni besitzt ein kleines Bistro, in dem sich ähnlich wie in einem typischen griechischen Kafenion am Nachmittag die alten Herren treffen, um griechischen Mokka zu trinken und zu rauchen. Der schöne Shop mit den Produkten aus Avocado ist leider geschlossen.

Um es im Steinhaus einigermaßen warm zu bekommen, müssen wir etliche Anstrengungen leisten, denn leider fehlt es an Holz sowie an Kleinholz. Dank meiner Zähigkeit bekommen wie es dennoch richtig schön warm. Ich mache eine große Runde durch das Dorf und sammel herunter gefallene Stöcke.

Im Feuerschein und bei Kerzenlicht verbringen wir den Abend gemütlich lesend auf dem Sofa. Auf diese Weise können wir uns mit dem etwas ungastlich wirkenden Dorf und der feuchten Kälte arrangieren.