In Erinnerung an eine Gruppentherapie –  Ausflug ins Immanuel Krankenhaus.

Ich habe dort eine Freundin besucht, die zur Zeit stationär in der Klinik ist.Vor einem Jahr haben wir uns hier in der Tagesklinik für Naturheilkunde kennen gelernt. Gemeinsam haben wir damals an einem gruppentherapeutischen Programm für Menschen mit chronischen Schmerzen teilgenommen. Die Klinik ist wunderschön gelegen direkt am kleinen Wannsee mit einem ruhigen schön angelegtem Park, der für diverse Bewegungsprogramme wie Qigong und Walking genutzt wird, aber auch zum Verweilen auf einer den Bänke oder im Sommer auf den Wiesen einlädt.

Ich bin ein wenig zu früh und schlendere durch den Park. Es ist eiskalt und trotz Mütze frieren mir fast die Ohren ab. Trotzdem ist es herrlich hier, die Ruhe und der Blick über das Wasser ist unabhängig von Wetter und Jahreszeit eine Wohltat. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung hier.

Mich ergreift Wehmut. Die Zeit hier war schön. Intensiv und wirkungsvoll.

Das Programm lief über zwölf Wochen. Jeden Freitag haben wir uns in einer festen Gruppe mit insgesamt zwölf Menschen für sieben Stunden getroffen. Unter Anleitung einer Ordnungstherapeutin haben wir uns mit verschiedenen Themen beschäftigt und auseinander gesetzt.

“Die Ordungstherapie oder auch Mind-Body-Medizin genannt ist ein gruppentherapeutisches Konzept und bezieht sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Medizin, Psychoneuroimmunologie, Neurobiologie und Gesundheitspsychologie. Sie nutz die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Geist, Seele und Körper.”

(Quelle: Flyer der Tagesklinik Naturheilkunde)

Schwerpunkt der Gruppentherapie waren Entspannung, Achtsamkeitsübungen und Meditation. Wir praktizierten dies gemeinsam und bekamen anschließend die Übungen auf CD zum Üben für zuhause. Weitere Inhalte waren Bewegung, Ernährung, Naturheilkundliche Selbsthilfestrategien (damit sind Hausmittel und Hydrotherapie) und Kommunikation. Jedes Treffen haben wir mit einer Achtsamkeitsminute (Schweigeminute) und eine Übung aus dem Qigong begonnen. Danach folgten Gespräche in der Gruppe zu bestimmten Themen und eine Arztvisite. Alle zwölf Tage hatten einen Schwerpunkt und wir bekamen quasi einen ganzen “Koffer voll Methoden”, die wir je nach persönlicher Neigung und Motivation.

Tatsächlich gehörte das tägliche Üben und der Versuch eine Ernährungsumstellung, Meditation, Bewegung und all dies in den Alltag zu integrieren zum Konzept der Therapie. Das Gelingen hängt natürlich immer von der eigenen Motivation und dem Wünsch nach Veränderung ab.

Ich habe diese Zeit als sehr intensiv erlebt. Manchmal ging es schon ganz schön ans “Eingemachte”.

So manchmal sind wir an unsere Grenzen gestoßen. Gefühle, die lange erfolgreich verdrängt wurden, sind bei einigen von uns aufgebrochen und nicht selten gab es Tränen. Ich hatte das Gefühl, dass schon nach den ersten zwei drei Treffen eine starke Offenheit in unserer Gruppe entstanden war. Meiner Meinung nach hatten wir aber auch viel Glück mit der Therapeutin Britta, die sehr kompetent und einfühlsam den verschiedenen Prozessen Raum geben konnte.

Ach ja, die Räume...die sind wirklich ausgesprochen schön 🙂 Hell und freundlich und mit allem ausgestattet, um dort Yoga zu machen, Entspannungsübungen zu praktizieren und sich während der Gespräche den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu setzten oder zu liegen. 

Ich bin zu jedem Treffen gerne gegangen. Noch heute schaue ich mir des öfteren den Ordner mit den vielen Anregungen und den Übungen an. Mir ist es auch tatsächlich gelungen manches davon in meinen Alltag zu integrieren. Den Ordner habe ich mir ganz schönen mit Fotos von mir und von Landschaften gestaltet. Er ist wie ein Schatz für mich und ich bin immer noch sehr dankbar dafür, dass ich an diesem Programm teilnehmen konnte.

Und ich zähle zwei der Gruppenmitglieder von damals zu meinen Freundinnen und darüber bin ich sehr glücklich! Das war ein schöner Tag! Vielen Dank!