Glück aus dem Garten!

Ich liebe Früchte und ganz besonders die süßen exotischen Früchte, die  auch hier im Garten wachsen. Nach dem Aufstehen gehe ich als erstes in den Garten und sammeln eine Schüssel voll kleiner saftiger Mangos vom Boden, die über Nacht herunter gefallen sind. Der Boden ist übersät von Mangos, die schon überreif oder faul sind und ich kann es nicht verhindern beim Sammeln darauf zu treten. Ein süßlicher herrlicher Mangoduft breitet sich rund um mich aus. In diesem Garten stehen sieben verschiedene Mangobäume, Kokospalmen, Cashewund Limonenbäume. Außerdem gibt es Papaya, Melonen, eine Art Kirschen Pitanga und jede Menge Gemüse. Ich mache uns eine köstliche frisch selbstgemachte Limettenlimonade. Dazu gibt es einen Obstsalat zum Frühstück.

Herrlich – ich bin glücklich!

Heute ist der Himmel wieder fast wolkenfrei und es wird heiß. Wir machen einen Sparziergang am Strand entlang zum Supermarkt in Cabaçu. Die Sonne knallt und wir haben die Hitze wieder mal unterschätzt. Obwohl wir nur eine gute halbe Stunde unterwegs sind, kommen wir total erschöpft in Cabaçu an. Zum Glück finden wir einen schönen schattigen Platz am Strand, wo wir eine Aqua de Coco trinken und uns erholen können, bevor wir den Rückweg antreten.

Der Strand von Cabaçu ist unbeschreiblich schön. Er wirkt friedlich und ruhig und wenn man zur richtigen Zeit am Wasser sitzt, bekommt man den Moment mit, wenn die Gezeiten wechseln. Es ist wohl auch die Weite und die vielen Fischerboote, die in der Mittagszeit am Strand liegen, die den Strand so idyllisch wirken lassen. Es gibt viele kleine Muscheln, Krebse, Algen und riesige blaue Quallen.

Leider wird auch viel Müll in die Bucht geschwemmt. Der Müll istsowieso ein Problem in Brasilien und kaum ein Strand ist frei von Müll. Läuft man am Strand in die andere Richtung nach Bom Jesus dos Probes, gibt es plötzlich keine Baracken mehr, dafür ein Privatgrundstück neben dem anderen, zum Teil bebaut mit pompösen Villen. Auf dem ersten Blick sehen sie unbewohnt aus, denn es handelt sich hier um Sítio also Ferienhäusern von reichen Weißen. Es ist jedoch klar, dass diese Villen bewohnt sind. Und zwar von Schwarzen, die das Haus bewachen, sauber halten und den Garten pflegen.

Wenn diese Villen dann auch noch im Kolonialstil gebaut oder nach gebaut sind und davor ein Schwarzer mit einer Sense Gras schneidet, entsteht ein fragwürdiges Bild. Die etwas ketzerische Frage sei erlaubt, wie weit Brasilien sich wirklich von der Sklaverei befreit hat.

Zum Mittagessen machen wir Pasta mit Orkaschoten, Tomaten und frischen Kräutern aus dem Garten. Wir können hier bei jedem Wetter draußen auf der Terrasse sitzen und essen. Unser Gastgeber hat wunderschöne brasilianische Musik aufgelegt und wir führen tolle Gespräche, da wir zum Glück alle Englisch können.

Er liebt dieses Haus, in dem er schon seit 18 Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern jedes Wochenende und alle Ferien verbracht hat. Hier sind die Verhältnisse anders. Die Familie, die auch in Abwesenheit der Besitzer hier wohnt, ist völlig frei. Sie nutzen den Garten und die Räumlichkeiten. Mir kommt es so vor, als seien wir alle Gäste, einschließlich des Gastgebers.

Haus und Grundstück sind groß, aber sehr einfach und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Das kommt uns sehr entgegen, denn wir alle drei brauchen keinen Luxus und keine teuren Restaurants. Die einfachen Barackas am Strand sind wunderbar 🙂