Der Wind fegt durch die Palmen und rüttelt an Fenstern und Türen, am Himmel hängt schwarz ein dicke Regenwolke, trotzdem gehen wir raus und machen einen langen Sparziergang am Strand.

Außer ein paar Joggern sind kaum Menschen am Strand, denn es ist erst halb sieben Uhr morgens.  Das Licht der frühen Morgensonne, der Wind, der uns um die Ohren peitscht und das laute Wellenrauschen läßt uns ganz still werden. Es geht ein gewisser Zauber von dieser Stimmung aus und wir genießen diesen Sparziergang schweigend jeder für sich.

Nach dem Sparziergang und vor dem Frühstück genießen wir den Pool, den wir ganz für uns alleine haben 🙂

Am Nachmittag gehe ich noch einmal alleine in die andere Richtung am Strand entlang. Erst jetzt entdecke ich die große Düne, von der ich bisher nur gehört und gelesen habe. Die Düne trennt das Meer von dem Fluß Rio Barroso, der mit seinem Süßwasser ein besonderes Badeereignis darstellt.

Ich klettere die Düne hinauf. Das Laufen ist etwas anstrengend, da ich mit jedem Schritt ganz tief im Sand versinke. Oben angekommen bietet sich mir ein bizarres zauberhaft schönes Bild: links von mir liegt der Strand, das Meer mit seinen hohen Wellen und einer Gischt, die vom Wind verweht wie eine Wolke aussieht und rechts von mir liegt von Palmen umringt der Fluß, in dem die Leute friedlich planschen, Fischer ihre Angeln auswerfen und die kleinen bunten Boote Touristen an den Strand befördern.

Brasilien- Bahia - Imbassai

….die Boote werden ähnlich wie Gondolieren mit einer Srange befödert…

Imbassai - Bahia - bRASILIEN

….der Fluß – ein Süßwasserbadeparadies…

Trotz gelegentlichem Regenschauer und bewölktem Himmel ist der Tag wunderschön, nicht umsonst wird diese Gegend als die „Karibik Bahias“ bezeichnet. Ich bin sehr glücklich, dass wir uns für Imbassai entschieden haben.

Leider gibt es einige Dinge, die mich belasten und die mir den „puren Genuß“ etwas erschweren. Über den Sinn des Lebens sinnierend trete ich den Rückweg an. Dabei stelle ich fest, dass ich wie man so schön sagt „auf hohem Niveau jammere“. Diejenigen, die sich so wie wir einen Aufenthalt in so einer schönen Pousada leisten können, sind hier in Bahia in der Minderheit.

Am Freitag hat es einen Generalstreik in Brasilien gegeben und 40 Millionen Menschen sind dafür auf die Straße gegangen. So viele Menschen zum Protestieren zu motivieren ist auch in Brasilien nicht so einfach, obwohl die Ungerechtigkeit und Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung für ausreichend Empörung sorgen müsste. Angeblich haben sehr viele Kirchenoberhäupter den Aufruf zum Generalstreik unterstützt und viele Menschen sind ihm deshalb gefolgt. Der Einfluß der Kirchen und der öffentlichen Presse, allen voran der TV Sender GLOBO ist übermäßig groß. Viele Menschen lassen sich von der Berichterstattung von TV Globo beeinflußen. Allerdings hat es auch schon Proteste gegen das Medienimperium gegeben.