Marimbus – eine Tour in das „Mini – Pantanal“

Ich habe mich für eine geführte Tour durch das Sumpfgebiet Marimbus entschieden. Gebucht habe ich die Tour in einem kleinen alternativ wirkenden Büro der Agentur volta ao parque in Lencois. Hier wurde ich kompetent und professionell beraten, alles in Englisch, weshalb ich mich endlich problemlos unterhalten konnte. Der Trip kostet mich 270 Reais, also 70 Euro, allerdings inklusive der Autofahrt, einer Bootsfahrt, dem Mittagessen und einen englischsprachigen Guide.

Morgens um halb neun geht es los, ich werde an der Pousada abgeholt. Wir sind eine Gruppe von insgesamt sechs Leuten, von denen ich mit Abstand die Älteste bin. Zum Glück sind zwei junge Frauen dabei, die perfekt Englisch sprechen. Unser Guide an diesem Tag heißt Sanna, sie begleitet uns den ganzen Tag.

Über eine Sandpiste durch zum Teil dichten Wald fahren wir zu dem kleinen Ort Remanso, einem Quilombo, in dem die Bewohner durch Gartenanbau, Fischen und ein wenig Tourismus ihre eigene Existenz sichern. Von hier starten wir eine etwa zweistündige Bootsfahrt durch das Sumpfgebiet Marimbus, wo die beiden Flüsse Rio Santo Antonio und Rio Utinga zusammenfließen.

Da wir selber nicht paddeln müssen, kann ich mich ganz der Ruhe und der Natur um mich herum widmen. Die zauberhaft schönen Wasserrosen und das Bambusartige Gewächs am Rand, die Fische und Algen im Wasser und der bronzefarbene Sand werden umrahmt von Regenwald und der Bergkette Serra do Sincora.

Ich kann mich gar nicht satt sehen an den Farben der vielen verschiedenen Gewächse und den Steinen im Wasser.

Zwischendurch werden wir durch eine Sandbank gestoppt und wir müssen alle aussteigen und für einige Minuten durch das Wasser warten. Dabei werden wir von zig kleinen Libellen umringt. Am Ende der Bootsfahrt laufen wir auf der Straße der Diamantensucher durch den Wald zur Fazenda Rocador. Hier werden wir nach einem ausgiebigen Bad in dem nahegelegenen Wasserfall und die vielen Pools zu Mittag essen.

Der kurze Fußweg vom Restaurant Rocador dort hin führt uns vorbei an einem großen YakafruchtBaum. Ich habe nie zuvor einen solchen Baum gesehen und kenne die Yakafrucht nur von unseren Einkäufen auf dem Markt.

Die natürlichen „ Whirlpools“ und der Blick in die Weite der Chapada Diamantina sind atemberaubend schön! Ich bin sprachlos ob dieser einzigartigen Schönheit.

Allerdings bin ich inzwischen dermaßen durchgeschwitzt, dass ich mich rasch ausziehe und mich entspannt in das erfrischende Wasser gleiten lasse.

Unglaublich wie weich und samt dieses bronzefarbene Wasser ist. Der Wasserfall sprudelt sein erfrischendes Wasser über meinen Rücken und ich bin mal wieder überglücklich hier zu sein.

Nach einer Stunde gehen wir den kurzen Weg zum Restaurant zurück, wo wir auf einem Ofen mit offener Feuerstelle zubereitetes köstlichen Essen bekommen, bei dem auch Vegetarier nicht zu kurz kommen. Als ich mir auf meinen Reis mit Bohnen Pimenta machen möchte, gibt es einen kurzen Aufschrei, dann werde ich lachend als „Bahainerin“ bezeichnet.

Der Rückweg ist dann etwas beschwerlich, wegen der Mosquitos und der Hitze, allerdings ist der Fußmarsch durch den Dschungel auch ein besonderes Ereignis und inzwischen haben wir uns als Gruppe etwas gelockert und kennen gelernt und haben viel Spaß!
Im Auto schlafe ich fast vor Müdigkeit fast ein – was für ein hinreißend schöner Tag!